

Jugendblasorchester e.V. präsentierte mit seinen beiden jungen Orchestern, Jbo-Beginners und
Jbo-YoungStars, den 150 Besuchern einen Abend mit viel Musik aus Film und Musical.
Die Jbo-Beginners, mit den 14 jüngsten Musikern des Vereins begannen unter der Leitung von
Magdalena Grundmann das Konzert. Mit Klaus Badelts Musik zum Film „Fluch der Karibik“ und
Phil Collins‘ „You’ll be in my heart“ stimmten sie die Zuschauer auf ein tolles Konzert ein.
Und auch die mysteriöse Originalkomposition „Dark Adventure“ wurde wunderbar gemeistert.
Danach starteten die Jbo-YoungStars unter der der Leitung von Natalie „Alfi“ Hönemann mit
Olympic Spirit ihr anspruchsvolles Programm. Das von John Williams für die Olympischen Spiele
1988 komponierte Stück stellte einen gelungenen Auftakt dar. Stilgerecht wurde es im Stehen
vorgetragen, wobei die Musiker passend zum olympischen Gedanken die Bühne mit vielen
Landesflaggen dekorierten. Es folgten der italienische Pophit „Storie di Tutti i Giorni“ und das
legendäre „Light my fire“ von den Doors. Auch gefühlvolle Filmmusik fand Platz: Die Musik aus
dem Film „Titanic“ bildete den Abschluss der ersten Hälfte des Konzerts. Dass moderne Filmmusik
die Klangmöglichkeiten eines Blasorchesters ausschöpfen kann, hat der Komponist James Horner
mit dieser Musik deutlich gemacht - die Jbo-YoungStars spielten sich gekonnt und gefühlvoll vom
Auslaufen aus Southhampton durch die Karambolage mit dem Eisberg bis zum dramatischen
Untergang und tragischen Ende des Films.
Auch in der Pause war das Konzertprogramm präsent: so boten die Musiker den
„Dschungel-Cocktail Tarzan oder Jane“ nach eigenem Rezept zur Stärkung an - und schon ging es
weiter in die zweite Hälfte. Diese begann mit dem sinfonischen Konzertmarsch „Arsenal“, einer
Originalkomposition von Jan van der Roost. Dieser hat trotz des Namens nichts mit dem
bekannten Fussballclub aus London zu tun, den Sophia Austermann-Busch in ihrer Moderation
anlässlich der Fussball WM augenzwinkernd assoziierte, sondern wurde zum 50-jährigen Bestehen
der belgischen Eisenbahn komponiert.
Dann hieß es „Laaaaydies and Gentlemen - in der schwarzen Ecke....“ - und passend für die
bekannte Filmmusik zu „Rocky 3“ betrat die Dirigentin unter begeisterten Publikumsjohlen im
Boxdress die Bühne, um mit Boxhandschuhen ihre musikalischen Sparringspartner zu dirigieren.
Mit der Musik zum Film „Die Maske des Zorro“ entführte das Orchester das Publikum hörbar nach
Mexiko, um danach mit „Coldplay on stage“ einen sinfonisch angehauchten, aber sehr groovenden
Ausflug in die aktuellen Charts zu machen. Dass diese Mischung den Musikern und dem Publikum
gleichermaßen Spass machte, war spätestens hier deutlich zu erkennen.
Danach ging es in den Dschungel mit den „Tarzan Soundtrack Highlights“, in dessen Teil „Trashin‘
the Camp“ einige Musiker unter Beweis stellten, dass sie neben ihren Blasinstrumenten auch
hervorragend mit Perkussion solieren können, und die restlichen Musiker auf der Bühne mit
auschoreografierten Grimassen und Geschrei die Lacher des Publikums auf ihre Seite zogen.
Das offizielle Konzertprogramm wurde mit einer Herausforderung für das Orchester abgerundet:
Mozart! - einem Medley aus dem gleichnamigen Musical, das musikalisch präzise vorbereitet war
und ein rundum stimmiges Bild lieferte. Birte Mergel spielte mit dem Altsaxophon das Thema der
wunderschönen Ballade „Gold von den Sternen“, dirigiert von Natalie Hönemann im
Mozart-Kostüm.
Die intensive Vorbereitung in den Proben durch die Dirigentin und Registerdozenten hat sich bei
den Stücken ausgezahlt. Dynamik- und ausdrucksreich wurden die Stücke dargestellt, Tempi- und
Rhythmuswechsel souverän gemeistert.
Sehr erfrischend waren die vielfältigen Moderationen zu den Stücken durch jeweils zwei Musiker
aus den Reihen der beiden Orchester. Und die zu den Stücken passenden Kostüme der Musiker und
die Bühnendekoration bei einigen Stücken machten das Konzert zu einem gelungenen Zeitvertreib.
So konnten die beiden Orchester an den Erfolg des letzten Jahres anknüpfen und machten Lust auf
mehr.
In langen, intensiven Proben wurde das Repertoire für das gemeinsame Konzert am 12. Juni 2010 vorbereitet. Es gab jedoch nicht nur Tutti- sondern auch Registerproben, in denen eigens dafür engagierte Dozenten mit den einzelnen Instrumentengruppen besonders schwierige Passagen übten. Die Dozenten waren überwiegend aktive Musiker aus dem Modern Sound[s] Orchestra (MSO), dem dritten Ensemble des Jbo Seelze. Über diese Unterstützung freuten sich die Beginners und die YoungStars sehr.
Neben dem Proben war aber auch noch genug Zeit für andere Aktivitäten. So sah man in den Pausen Musiker draußen Frisbees werfen und abends traf man sich im Gemeinschaftsraum um unter anderem Lieder zu gurgeln und Twister zu spielen. Hierbei war die Stimmung sehr ausgelassen. Darüber hinaus planten die Jbo-YoungStars am Freitagabend mit vielen guten Ideen das Konzert und auch am Samstag hatten beide Ensembles einen besonderen Programmpunkt: Die Jbo-Beginners tobten sich nachmittags beim Breakdance aus und die Jbo-YoungStars besuchten abends die Maiwoche in der Osnabrücker Innenstadt.
Insgesamt hat das Wochenende sowohl für die Musik als auch für die Gemeinschaft sehr viel gebracht. Was die Jbo-Beginners erarbeitet hatten zeigten sie den Jbo-YoungStars schon einmal bei einem kleinen, internen Konzert kurz vor der Rückfahrt nach Seelze.
Über viele Gäste zu ihrem Konzert am 12. Juni 2010 um 19 Uhr (Einlass 18.30 Uhr) im Neuen Forum des Seelzer Schulzentrums würden sich die beiden Ensembles sehr freuen. Gespielt werden Filmmusik, Musical, Rock und Pop sowie konzertante Originalliteratur. Der Eintritt ist frei.
Impressionen vom Probenwochende gibt es im Fotobereich
Hier die Ankündigung zum Konzert 2010

Die Jbo-YoungStars waren vom 12. - 14. Juni im Ballhof Hannover zu Gast - als "dadaistische Blaskapelle" im Stück "City Circus Zero Work".
Junge Leute mit praktischen Erfahrungen im Nichtstun, qualifiziert in Müßiggang und Zeitvertreib, wurden von der Performance-Gruppe andcompany&Co. gesucht und gefunden. Zusammen laufen sie rückwärts nach nah – oder vorwärts von weit – eben so wie Kurt Schwitters den Namen „Hannover“ liest: von hinten nach vorne. Seinem Beispiel folgend haben sich die jungen Hannoveraner durch ihre Stadt treiben lassen und Dinge entdeckt, die sich nur dem müßigen Blick offenbaren wie die Schönheit weggeschmissener U-Bahnfahrkarten, zerschnipselter Reklame, auf den Kopf gestellter Anzeigen und anderes Treibgut der Städte. Töne wurden gesammelt, Sounds gesampelt und Musik gemacht. Als musikalischer und visueller Remix wird das Material auf einer ureignen Merzbühne aufgelegt, umgedreht und zurückgespult: „Am Ende des Stücks kann ich alles, was ein normaler Mensch kann, und noch ein bisschen mehr ...“ Das in Berlin ansässige Performance-Kollektiv andcompay&Co. hat mit humorvoll verspielten Performances aus Fakten und Fiktionen in den letzten Jahren international Furore gemacht. Jetzt arbeitet die Gruppe zum ersten Mal mit dem jungen schauspielhannover zusammen.
Backstage- und Onstage-Impressionen können Sie im Fotobereich finden.
Kritiken zum Stück finden Sie zum Beispiel bei Nachtkritik.
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