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„A Hero’s Tale“ von Bert Appermont wird im Rahmen des Internationalen Musikfestivals Seelze (MuSe) urauffgeführt

Drei Jahre haben die Musikerinnen und Musiker des Jugendblasorchester Seelze (Jbo) auf diesen Moment hingefiebert. Drei Jahre sind vergangen, bis aus der ersten Idee („Wir schenken Seelze eine Hymne“) die Uraufführung unserer Auftragskomposition „A Hero’s Tale“ umgesetzt werden konnte. Am 10. Juli 2022 war es dann schließlich soweit: Bert Appermonts eigens für das Jbo geschriebene Werk hat unter der Flutbrücke Seelze das Licht der Welt erblickt. Im Mittelpunkt steht die Seelzer Stadtfigur Michael von Obentraut, die in vier musikalischen Episoden porträtiert wird.

 



Voller Inbrunst dirigierte der Komponist persönlich sein eigenes Werk. Schon mit den ersten Klängen der „Hymne für Seelze“ eroberte er damit die Herzen der 400 Menschen vor und der 100 Menschen auf der Bühne. Denn wenn der Gesamtverein feiert, sollen auch alle Mitglieder von Modern Sound[s] Orchestra (MSO) über YoungStars bis hin zu den Teilnehmern der Bläserakademie bei diesem Gänsehautmoment mitmusizieren dürfen.

 

Komponist Bert Appermont dirigiert das Orchester bei der Welturaufführung



Dass es zu einem solchen kommen werde, war vor drei Jahren keineswegs garantiert, denn eine Auftragskomposition erweise sich oft als „Wundertüte“ – so beschrieb MSO-Dirigent Henning Klingemann seine damalige Gefühlslage. Zwar begleitete das Projektteam um Tom Kruse die Entstehung mit historisch-biografischen Fakten um Obentraut, der 1625 im Dreißigjährigen Krieg in Seelze gefallen war. Was aber Bert Appermont letztlich daraus machen würde, war (s)ein Geheimnis. Angesichts der Werke wie „Colors“ oder „Saga Candida“, die das Jbo von ihm bereits kannte, musste es aber gut werden. Da waren sich auch im Vorfeld alle Beteiligten sicher, als man den Kompositionsauftrag an den renommierten belgischen Komponisten vergeben hatte.

 

MSO-Dirigent Henning Klingemann erzählt von der Auftragsvergabe



Appermont gelang es dann bei der Uraufführung auch, die Zuhörer mit auf eine musikalische Zeitreise ins 17. Jahrhundert zu nehmen. Zunächst zeigte sich das heldenhafte und zugleich leidenschaftliche Leitmotiv des Reitergenerals. Danach erfolgte ein Szenenwechsel mit einem für die Zeit typischen Tanz auf der Burg Stromberg im Hunsrück, wo Obentraut seine Jugend verbracht hatte. Die Schlacht von Seelze bildete den 3. Satz, der mit seinem Tod endete, aber schließlich zum Finale überleitete, denn durch das Aufgreifen der Figur für die Stadtgeschichte lebt Obentrauts Legende weiter. Ein feierliches, fulminantes Ende ist die musikalische Konsequenz. Gänsehaut zeigte sich nicht nur beim Komponisten selbst, sondern auch bei zahlreichen Zuschauern, die dem Aufruf der MuSe-Veranstalter gefolgt waren und sich mit Picknick auf Campingstühlen einen gemütlichen Rahmen bereitet haben.

 

Rund 400 Zuschauer genießen das Konzert im besonderen Ambiente der Flutbrücke



Zweifelsohne stand die Uraufführung im Mittelpunkt dieses dreistündigen Konzertnachmittags. Umrahmt wurde sie von Einzeldarbietungen der YoungStars und des MSO, die ihre Vielfalt neben sinfonischen Originalkompositionen mit Arrangements von Guns N‘ Roses bzw. Michael Jackson unter Beweis stellten. Ebenfalls überzeugte der Abstecher in den Jazz mit „Spain“ von Chick Corea. Neben dem homogenen Gesamtklang wussten in diesen Werken aber auch Solisten zu überzeugen.

 

Natalie „Alfi“ Hönemann dirigiert die YoungStars



Beide Orchester hatten darüber hinaus weitere Werke Appermonts im Gepäck, für die der Belgier ebenfalls selbst den Taktstock in die Hand nahm. So nahmen die YoungStars die Anwesenden mit auf „Gullivers Reisen“ und das MSO bot „The Cross & The Crown“ dar. Auch hier zeigte sich der unbändige Spielwitz Appermonts einerseits und die nachdenklich-melancholische Ausdrucksweise andererseits, die er zu einem hoffnungsvollen Gesamteindruck lenkte.

 

Projektleiter Tom Kruse überreicht Seelzes Bürgermeister Alexander Masthoff das Geschenk an die Stadt



Am Ende dieses imposanten Nachmittags überreichte Kruse die gedruckte Fassung der neuen Komposition an Bürgermeister Alexander Masthoff, der sich so überwältigt von der Seelzer Hymne zeigte, dass er dem Verein und den Zuhörern Unterstützung bei einer eventuellen CD-Produktion versprach. Schließlich ist dem Jbo das Werk „regelrecht auf den Leib“ geschrieben. Er zeigte sich sehr beindruckt angesichts der Tatsache, dass seine Stadt nun das Glück und die Ehre habe, eine eigene Hymne bekommen zu haben. Ermöglicht wurde dies durch die Unterstützung der Obentrautstadt Seelze, der Avacon Netz GmbH und der Kulturstiftung Region Hannover, die gemeinsam mit den 13 Projektpaten die finanzielle Grundlage für dieses Projekt legten. Alle Seiten zeigten sich sehr zufrieden und beeindruckt, so dass man sicherlich auch zukünftig Musik von Bert Appermont hören wird.

(ja)

 

Zur Berichterstattung der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung

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