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Geheimnisvolle Stille. Nur der Klang regelmäßiger, Unheil verkündender Glockenschläge durchdringt das Schweigen des Publikums, während sich ein Meer von Teelichtern, getragen von über 40 Musikern, der Bühne nähert. Mit ihrem Programm „Grusel, Mond und Sterne“ haben sich die YoungStars des Jugendblasorchesters Seelze unter der Leitung von Natalie „Alfi“ Hönemann dieses Jahr von einer gänzlich neuen Seite gezeigt und die sonst herzliche, warme Atmosphäre der vergangenen Konzerte durch kalte, schummrige Farben, Effektmusik und düstere Geschichten in ihr Gegenteil verkehrt.

 

Die YoungStars ziehen mit Teelichtern in die Seelzer Kirche ein

 

In der St. Martin-Kirche (Seelze) und der St. Johannes-Kirche (Davenstedt) wurden die Zuschauer in musikalisch schaurig-schöne Welten der Hexen von Oz, des mörderischen Barbiers Sweeney Todd, der Ghostbusters, des dunklen Ritters (Batman) und von James Bond entführt. Geheimnisvolle Klänge der Flöten, Klarinetten und des Klaviers, scharfe Akzente von Schlagwerk, Trompeten und Posaunen, bedrohlich wirkende Harmonien von Waldhörnern, Euphonien und E-Bass sowie nebulöse Melodien aus dem Saxophon-Register sorgten für zahlreiche Gänsehautmomente und belebten die Film- und Musicalwelt um „The Rocky Horror Picture Show“, „The Nightmare Before Christmas“ und „Tanz der Vampire“. Jan van der Roosts „Orion“, ein langsamer Marsch mit düsterer Einleitung und majestätisch optimistischen Ende, rundete die vom Orchester geschaffene Atmosphäre ab.

Wie bereits in den vergangenen Jahren, waren auch dieses Jahr die selbstverfassten Anmoderationen der Musiker wichtiger Bestandteil des Programms. Hier wurde nicht nur Wissenswertes zu den einzelnen Werken präsentiert. Schrille Hexen und Gespenster betraten die Bühne und sorgten für viele Lacher unter den Zuschauern.

 

Auch in der Davenstedter Kirche überzeugen die YoungStars

 

Dass man Musik auch anders gestalten kann, stellten die YoungStars bei der „Little Suite of Horror“ in fünf Sätzen unter Beweis. Komponierte Angstschreie, Fußstampfer, Eulenrufe, Händereiben, Pfeifen und Zischlaute waren ebenso Teil des Werkes wie die Buzzing-Einlage, bei der nur auf dem Mundstück ohne die Trompete als Klangkörper Melodien in verzerrter Form zum Besten gegeben wurden. In „The Devil Went Down to Georgia“ der Charlie Daniels Band wechselten sich Sprecher und Orchester ab und erzählten dabei die Geschichte einer Solo-Klarinettistin, hier bravurös gespielt von Sonja Menßen, die in einem Wettstreit mit dem Teufel um ihre Seele spielt.

Nach einem über zweistündigen Konzert, viel Beifall und Standing Ovations verabschiedete sich das Orchester mit der Zugabe „Thriller“ der verstorbenen Pop-Legende Michael Jackson und entlässt das Publikum mit versöhnlichen Klängen von Leonard Cohens „Hallelujah“ in die Nacht. Guter Schlaf ist somit garantiert! Ganz herzlich möchte sich das Orchester für die Beiträge in der Spendentrommel bedanken, die – wie mit ihr abgesprochen – sich für die Konzerte zurückgehalten und nicht gebissen hat.

(cr)

Einen Konzertbericht der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung können Sie hier lesen.